1N4004 — Gleichrichterdiode

Steckbrief aus der Bauteile-Bibliothek. Theorie dazu: pn-Übergang.

Die 1N400x-Reihe ist die Arbeitsbiene der Gleichrichtung: Silizium, ein Ampere, Gehäuse DO-41, seit den Sechzigern praktisch unverändert. Die 1N4004 ist die 400-Volt-Variante — und meistens die vernünftige Wahl, weil der Preisunterschied zur 50-V-Version 1N4001 gegen null geht.

Steckbrief

Funktion Silizium-Gleichrichterdiode
Gehäuse DO-41, bedrahtet
Sperrspannung \(U_{RRM}\) 400 V
Dauerstrom \(I_{F(AV)}\) 1 A
Stoßstrom \(I_{FSM}\) 30 A (10 ms, einmalig)
Flussspannung \(U_F\) 1,0 V bei 1 A (Datenblatt-Maximum)
Sperrstrom \(I_R\) ≤ 5 µA bei 25 °C (Datenblatt-Maximum)
Sperrverzögerung \(t_{rr}\) ~2 µs — nicht für Schaltregler geeignet

Die Kathode ist der Ring auf dem Gehäuse. Angaben ohne Gewähr — verbindlich ist das Datenblatt.

Selbst gemessen

Datenblätter geben Grenzwerte an, keine Kurven. Die folgenden Werte stammen aus einer eigenen Messung mit einer Source-Measure-Unit — das ist der Unterschied zwischen „höchstens 1 V" und dem, was das Bauteil wirklich tut.

Gemessene Durchlasskennlinie der 1N4004: Strom über Spannung, mit dem exponentiellen Anstieg ab etwa 0,4 V

Durchlasskennlinie, gemessen mit der NGU411-SMU in 5-mV-Schritten.

Strom gemessene Flussspannung
1 mA 0,590 V
10 mA 0,710 V
50 mA 0,815 V

Die berühmten „0,7 Volt" sind also ein einzelner Punkt auf einer Kurve, die sich über zwei Dekaden Strom um mehr als 200 mV verschiebt. Wer eine Schaltung mit einer festen Flussspannung rechnet, sollte wissen, bei welchem Strom sie gilt.

Idealitätsfaktor. Fittet man den exponentiellen Bereich zwischen 1 µA und 1 mA, ergibt sich eine Steigung von rund 41 mV pro e-Fachem — das entspricht einem Idealitätsfaktor von n ≈ 1,6. Der Lehrbuchwert wäre 1. Die Abweichung kommt von der Rekombination in der Raumladungszone, die bei kleinen Strömen mitspielt und in der idealen Shockley-Gleichung nicht enthalten ist.

Sperrstrom. Bei −10 V fließen rund 9 nA — also etwa das Fünfhundertstel des Datenblatt-Grenzwerts von 5 µA. Zwei Messungen mit unterschiedlichem Messbereich weichen dabei um etwa 15 nA voneinander ab und sogar im Vorzeichen; unterhalb von rund 50 nA ist das die Auflösungsgrenze des Messgeräts, nicht mehr das Bauteil.

Praxisfallen

Bezugsquellen

Weiterführendes


Erstellt: 19.07.2026 · Zuletzt geändert: 07.08.2026