Herleitung: RLZ-Breite
Ergebnis (verwendet im pn-Übergang (quantitativ)):
Ausgangspunkt
Wir verwenden die Schottky-Näherung: Die RLZ hat abrupte Grenzen bei \(x = -x_n\) (n-Seite) und \(x = x_p\) (p-Seite), mit \(W = x_n + x_p\). Innerhalb der RLZ gibt es keine freien Ladungsträger.
Siméon Denis Poisson (1781--1840) stellte die Gleichung auf, die Ladungsverteilung und elektrostatisches Potential verknüpft — das zentrale Werkzeug für diese Herleitung. Mehr zu Poisson →
Schritt 1: Poisson-Gleichung
In einer Dimension:
Die Raumladungsdichte in der Schottky-Näherung:
Schritt 2: Elektrisches Feld (erste Integration)
Integration der Poisson-Gleichung mit den Randbedingungen \(E(-x_n) = 0\) und \(E(x_p) = 0\):
n-Seite (\(-x_n < x < 0\)):
p-Seite (\(0 < x < x_p\)):
Das Feld ist in der ganzen RLZ positiv, zeigt also in \(+x\)-Richtung — von der n-Seite zur p-Seite, wie man es von den positiven Donator-Rümpfen zu den negativen Akzeptor-Rümpfen erwartet. An der Grenzfläche (\(x = 0\)) muss es stetig sein. Gleichsetzen:
Das ist die Ladungsneutralität: Die positive Gesamtladung auf der n-Seite muss gleich der negativen auf der p-Seite sein.
Schritt 3: Potential (zweite Integration)
Integration des Feldes liefert den Potentialverlauf. Die Gesamtspannung über der RLZ:
Schritt 4: W berechnen
Wir haben zwei Gleichungen und zwei Unbekannte (\(x_n\), \(x_p\)):
- \(N_D \, x_n = N_A \, x_p\) (Ladungsneutralität)
- \(V_{bi} - V = \frac{q}{2\varepsilon_s}(N_D x_n^2 + N_A x_p^2)\) (Spannungsintegral)
Aus (1): \(x_p = N_D x_n / N_A\). Einsetzen in (2):
Auflösen nach \(x_n\):
Analog: \(x_p = \sqrt{\frac{2\varepsilon_s(V_{bi}-V)}{qN_A} \cdot \frac{N_D}{N_A + N_D}}\)
Die Gesamtbreite \(W = x_n + x_p\):
Spezialfall: Einseitiger Übergang (\(p^+n\))
Wenn \(N_A \gg N_D\), dann \(1/N_A \approx 0\) und:
Die gesamte RLZ liegt auf der schwach dotierten n-Seite.
Weiterführendes
- pn-Übergang (quantitativ) -- wo die Formel verwendet wird
- Herleitung: \(V_{bi}\) -- die eingebaute Spannung in der Formel