1N5229B — Zenerdiode 4,3 V

Steckbrief aus der Bauteile-Bibliothek. Theorie dazu: Der pn-Übergang und Tunneleffekt.

Zenerdioden betreibt man absichtlich in Sperrrichtung im Durchbruch — dort halten sie eine Spannung annähernd konstant. Die 1N5229B ist die 4,3-V-Type der 1N52xx-Reihe, das B im Namen steht für die Toleranzklasse ±5 %.

Steckbrief

Funktion Zenerdiode, Spannungsbegrenzung/-referenz
Gehäuse DO-35, bedrahtet
Nennspannung \(U_Z\) 4,3 V ±5 % bei 20 mA
Verlustleistung 500 mW
Zener-Widerstand \(r_Z\) ~22 Ω bei 20 mA
Temperaturkoeffizient leicht negativ (unter 5 V dominiert der Zener-Effekt)

Kathode = Ring — und sie kommt an Plus, anders als bei jeder normalen Diode. Angaben ohne Gewähr — verbindlich ist das Datenblatt.

Selbst gemessen: das weiche Knie

Gemessene Sperrkennlinie der Zenerdiode 1N5229B: der Strom setzt allmählich ein und steigt erst oberhalb von etwa 4 V steil an

Durchbruchbereich, gemessen mit der NGU411-SMU.

Sperrstrom gemessene Spannung
1 mA 3,34 V
5 mA 3,97 V
20 mA (Nennpunkt) 4,3 V laut Datenblatt

Das ist die wichtigste Erkenntnis dieser Messung: Unterhalb des Nennstroms hält die Diode ihre Nennspannung nicht. Bei 1 mA fehlt fast ein volles Volt. Wer eine 4,3-V-Referenz erwartet und nur ein Milliampere durchschickt, bekommt 3,3 V.

Der Grund liegt im Mechanismus. Unter etwa 5 V dominiert der Zener-Effekt — Tunneln durch die schmale Raumladungszone —, und der setzt allmählich ein. Oberhalb von rund 6 V übernimmt der Lawinendurchbruch, der ein wesentlich schärferes Knie hat. Niedervoltige Zenerdioden sind deshalb prinzipbedingt die weicheren.

Praxisfallen

Bezugsquellen

Weiterführendes


Erstellt: 19.07.2026 · Zuletzt geändert: 07.08.2026