WIMA MKS2 — Folienkondensator

Steckbrief aus der Bauteile-Bibliothek. Theorie dazu: Kondensator und Dielektrika.

Ein unscheinbarer roter Quader — und in vielen Schaltungen die deutlich bessere Wahl als der Keramikkondensator daneben. Die MKS2-Reihe von WIMA verwendet metallisierte Polyesterfolie, was drei praktische Eigenschaften mitbringt, die Keramik nicht hat.

Bauform des WIMA MKS2 Folienkondensators im 5-mm-Rastermaß

MKS2 im 5-mm-Raster — passt direkt aufs Steckbrett und in jede Lochrasterplatine.

Steckbrief

Dielektrikum Polyester (PET), metallisiert
Rastermaß 5 mm
Kapazität typ. 100 nF bis 2,2 µF
Spannung 50 bis 100 V DC
Toleranz ±10 % (Standard), ±5 % erhältlich
Temperaturbereich −55 bis +105 °C
Besonderheit selbstheilend

Angaben ohne Gewähr — verbindlich ist das Datenblatt.

Was Folie besser kann

Kein DC-Bias-Effekt. Ein Klasse-2-Keramikkondensator (X7R, X5R) verliert unter Gleichspannung dramatisch an Kapazität — bei Nennspannung können von 10 µF noch 3 µF übrig sein. Die Folie behält ihren Wert, unabhängig von der anliegenden Spannung. Wer eine Zeitkonstante berechnet, kann sich darauf verlassen.

Kein Piezo-Effekt. Ferroelektrische Keramik ist piezoelektrisch: Sie wandelt Vibration in Spannung und umgekehrt. Deshalb singen Kerkos hörbar, wenn PWM-Rippel anliegt, und deshalb erzeugen sie in empfindlichen Analogschaltungen Störspannungen, wenn jemand aufs Gehäuse klopft. Folie tut das nicht.

Selbstheilend. Die Metallisierung ist so dünn, dass sie an einer Durchschlagstelle einfach verdampft und den Fehler isoliert. Der Kondensator verliert dabei ein wenig Kapazität, funktioniert aber weiter — statt dauerhaft kurzzuschließen.

Wo Keramik trotzdem gewinnt: bei Baugröße, Preis und bei sehr hohen Frequenzen. Zum Abblocken direkt am IC-Pin bleibt der 100-nF-Kerko erste Wahl, weil er die kleinere Eigeninduktivität hat.

Praxisfallen

Bezugsquellen

Weiterführendes


Erstellt: 19.07.2026 · Zuletzt geändert: 07.08.2026