Das Steckbrett

Einsteiger

Früher hat man jede Schaltung gelötet, auch wenn man sie nur einmal ausprobieren wollte. Das Steckbrett (englisch breadboard) macht das einfacher: Du steckst die Bauteile in die Löcher, probierst aus und ziehst sie wieder heraus. Nichts wird heiß, nichts geht kaputt, und die Bauteile kannst du immer wieder verwenden. In den vorigen Teilen hast du es schon benutzt. Hier schauen wir genauer hinein.

Was unter den Löchern steckt

Unter jedem Loch sitzt eine kleine Federklammer aus Metall. Steckst du ein Bein hinein, drückt sie es zur Seite und hält es fest. Immer fünf dieser Klammern hängen an einem gemeinsamen Metallstreifen. Was in diesen fünf Löchern steckt, ist deshalb elektrisch verbunden, als hättest du die Beine zusammengelötet.

Schnitt durch fünf Löcher a bis e. Unter jedem Loch eine Federklammer aus Metall, alle fünf auf einem gemeinsamen Metallstreifen. Zwei Bauteilbeine stecken in Loch a und d, eine gestrichelte rote Linie zeigt den Strom über den Metallstreifen.

Zwei Beine in derselben Fünferreihe sind über den Metallstreifen verbunden.

So ist das Brett aufgeteilt

Von oben sieht das Steckbrett aus dem Adventskalender (Typ MB102, 830 Löcher) so aus. Gleich gefärbte Löcher sind innen verbunden:

Draufsicht des Steckbretts MB102 mit den inneren Verbindungen: In jeder der 63 Spalten sind die Löcher a bis e miteinander verbunden und getrennt davon f bis j, der Graben trennt beide Hälften. Ein IC sitzt über dem Graben, jedes Bein hat seine eigene Fünferreihe. Oben und unten laufen je eine Plus- und eine Minusschiene längs über das Brett, bei manchen Brettern in der Mitte unterbrochen.

Grün und orange: je eine Fünferreihe. Lila: ein IC über dem Graben. Rot und blau: die Schienen.

Drei typische Fehler

Wenn eine Schaltung auf dem Steckbrett nicht funktioniert, liegt es meistens an einem dieser drei:

Drei Fehler. Erstens: Ein Widerstand steckt mit beiden Beinen in derselben Spalte, der Strom fließt über den Metallstreifen und umgeht ihn. Zweitens: Die Spalte oberhalb und unterhalb des Grabens sind zwei getrennte Gruppen, a bis e und f bis j. Drittens: Eine Schiene ist in der Mitte unterbrochen, rechts der Lücke kommt kein Plus an; eine kurze Drahtbrücke über die Lücke hilft.

Bauteil in einer Spalte, Graben übersehen, geteilte Schiene.

  1. Beide Beine in derselben Fünferreihe. Dann ist das Bauteil kurzgeschlossen: Der Strom nimmt den bequemen Weg über den Metallstreifen und fließt gar nicht durch das Bauteil. Jedes Bauteil gehört zwischen zwei verschiedene Fünferreihen.
  2. Über den Graben verbunden geglaubt. Loch c7 und Loch g7 stehen zwar in derselben Spalte, sind aber nicht verbunden. Brauchst du eine Verbindung über den Graben, steck eine Drahtbrücke.
  3. Geteilte Schiene. Bei vielen Brettern sind die Schienen in der Mitte unterbrochen, oft sieht man eine Lücke in der roten oder blauen Linie. Dann hat die rechte Hälfte kein Plus, obwohl die Batterie links angeschlossen ist. Eine kurze Drahtbrücke über die Lücke hilft. Ob dein Brett geteilt ist, findest du mit dem Versuch unten heraus.

Tipps für sauberes Stecken

Versuch: Durchgangsprüfer

Mit einer LED, einem Widerstand und zwei Kabeln baust du ein kleines Prüfgerät. Die LED leuchtet, wenn die Spitzen der beiden Prüfkabel in verbundenen Löchern stecken. So kannst du die Aufteilung deines Bretts selbst nachprüfen.

Du brauchst: das Steckbrett, die 9-V-Batterie mit Clip, einen Widerstand 470 Ω (gelb, violett, braun), eine LED und zwei Drahtbrücken als Prüfkabel.

Steckbrett, die Schienen bleiben frei. Das rote Kabel der Batterie steckt in Spalte 2, ein Widerstand verbindet Spalte 2 und 5, die LED steckt mit dem langen Bein in Spalte 5 und mit dem kurzen in Spalte 8. Das schwarze Kabel steckt in Spalte 17. Prüfkabel 1 geht von Spalte 8 in Loch b14, Prüfkabel 2 von Spalte 17 in Loch e14. Die LED leuchtet.

Beide Prüfkabel stecken in Spalte 14: Die LED leuchtet.

Aufbau:

  1. Das rote Kabel des Clips in eine Spalte stecken, im Bild Spalte 2.
  2. Den Widerstand von Spalte 2 nach Spalte 5.
  3. Die LED: langes Bein in Spalte 5, kurzes Bein in Spalte 8.
  4. Prüfkabel 1 mit einem Ende in Spalte 8. Das andere Ende ist die erste Prüfspitze.
  5. Das schwarze Kabel des Clips in eine Spalte weiter rechts, im Bild Spalte 17, und Prüfkabel 2 mit einem Ende in dieselbe Spalte. Das andere Ende ist die zweite Prüfspitze.

Die Schienen bleiben dabei frei, denn die willst du ja prüfen.

Prüfen: Steck die zwei freien Enden in verschiedene Löcher und schau, ob die LED leuchtet.

Prüfspitzen in … Was passiert?
b14 und e14 (gleiche Fünferreihe) leuchtet: verbunden
b14 und b15 (Nachbarspalten) dunkel: nicht verbunden
c14 und g14 (über den Graben) dunkel: nicht verbunden
beide Spitzen in dieselbe Schiene, eine ganz links, eine ganz rechts leuchtet nur, wenn die Schiene durchgehend ist

Die letzte Zeile ist die wichtigste: Leuchtet die LED dort nicht, ist dein Brett in der Mitte geteilt. Dann weißt du, dass du an dieser Stelle immer eine Drahtbrücke brauchst.

Gerechnet: Sind die Spitzen verbunden, ist das der Kreis aus Teil 2: 9 V, 470 Ω und eine LED, also rund 15 mA. Weil Widerstand und LED immer zwischen den beiden Spitzen liegen, fließt nie zu viel Strom, selbst wenn du die Spitzen direkt aneinanderhältst. Prüf damit aber nur das leere Brett und keine Schaltung, an der gerade eine zweite Batterie hängt.

Zusammenfassung

Weiter mit Teil 10: Das Multimeter. Zurück zu Teil 8: Schaltpläne lesen oder zur Übersicht aller Teile.


Erstellt: 05.11.2026